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Tierbestattung von Pferd & Hund: Unsere Erfahrungen mit Vorsorge und Abschied

Sich mit dem Tod seines Tieres zu beschäftigen, während es noch putzmunter neben einem steht, fühlt sich falsch an. Fast so, als würde man ihn dadurch provozieren. Wir können dir aber versichern: Es passiert nichts Schlimmes, wenn du dir schon heute Gedanken darüber machst. Im Gegenteil. Du übernimmst Verantwortung und kannst wichtige Weichen stellen, solange du noch die Kraft und die Ruhe dazu hast.

Als wir unser Pferd Amy über die Regenbogenbrücke gehen ließen, war das eine der schwersten Entscheidungen unseres Lebens. Und doch war sie in gewisser Weise auch leicht. Weil wir das große Glück hatten, uns darauf vorzubereiten. Wir konnten wichtige Entscheidungen schon im Vorfeld treffen. Für diesen Tag und für alles, was danach kam.

In diesem Beitrag teilen wir unsere persönlichen Erfahrungen mit dir – von der Einrichtung einer Vorsorge bis zur Abholung von Amys Asche. Um dir die Angst vor diesem schweren Thema zu nehmen, erste Fragen zu beantworten und zu zeigen, dass ein Abschied trotz aller Trauer auch tröstlich sein kann.

Warum wir uns für eine Pferdekremierung entschieden haben

Während es bei Hunden verschiedene Möglichkeiten der Bestattung gibt, sah das bei Pferden lange Zeit anders aus. Erst seit 2017 ist die Pferdekremierung in Deutschland überhaupt erlaubt. Davor blieb Pferdehaltern nur die Tierkörperbeseitigung, umgangssprachlich auch „Abdecker“ genannt. Bis heute ist dieser Weg weit verbreitet – nicht zuletzt, weil er deutlich kostengünstiger ist als eine Kremierung.

Für uns persönlich kam dieser Weg jedoch nie infrage. Amy war nach 15 gemeinsamen Jahren weit mehr als nur ein Pferd – sie war Familie. Für uns hätte es sich nicht richtig angefühlt, sie gehen zu lassen, ohne einen Ort zu haben, an dem wir ihr auch nach ihrem Tod noch nah sein können.

Durch positive Erfahrungsberichte auf Instagram wurden wir auf die Rosengarten Tierbestattung aufmerksam und vereinbarten ein erstes unverbindliches Beratungsgespräch. Wahrscheinlich war das eines der absurdesten Telefonate, die wir je geführt haben. Denn während Amy in ihrer Box stand und friedlich ihr Heu knabberte, planten wir bereits ihre Bestattung.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum viele Tierhalter dieses Thema so lange vor sich herschieben. Denn egal ob Pferd, Hund oder Katze: Niemand beschäftigt sich gerne mit dem Abschied seines geliebten Tieres. Schon gar nicht, wenn es gesund ist und die besten Jahre noch vor sich hat.

Trotz des fahlen Beigeschmacks hat uns dieses Gespräch gutgetan. Wir bekamen Orientierung, konnten erste Fragen klären und stellten erleichtert fest, dass wir nicht sofort alle Entscheidungen treffen mussten. Niemand erwartete von uns, direkt eine Urne auszusuchen oder über Erinnerungsschmuck nachzudenken. Stattdessen konnten wir bequem online eine Vorsorge einrichten und uns Schritt für Schritt mit dem Thema auseinandersetzen.

Der erste Schritt: Eine Vorsorge einrichten

Im Prinzip funktioniert die Vorsorge wie ein Sparkonto, auf das man monatlich einen selbst gewählten Betrag einzahlen kann.

GUT ZU WISSEN: Bei einer Tierkremierung fallen nicht nur Kosten für die eigentliche Einäscherung an. Hinzu kommen je nach Anbieter weitere Leistungen wie die Abholung des Tieres, die Überführung ins Krematorium und die spätere Rückgabe der Asche.

Außerdem hängen die Kosten vom Gewicht des Tieres ab, sodass eine Pferdekremierung in der Regel deutlich teurer ist als die Kremierung eines Hundes. Gleichzeitig entstehen am Lebensende eines Tieres häufig hohe Tierarztkosten.

Mit diesem Hintergrundwissen richteten wir die Vorsorge für Amy ein und zahlten Monat für Monat auf das Vorsorgekonto ein. Dabei gingen wir fest davon aus, dass wir es frühestens in ein paar Jahren brauchen würden.

Doch vier Monate später wurde Amy krank.

Der Abschied: Euthanasie und Abholung unseres Pferdes

Wir kämpften ein halbes Jahr lang, probierten alle verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten aus und klammerten uns lange an die Hoffnung, dass Amy wieder gesund werden würde. Doch irgendwann mussten wir uns eingestehen, dass das nicht mehr passieren würde. Ihre Schmerzen blieben groß und ihre Lebensqualität wurde immer kleiner. Wir wussten, dass der Zeitpunkt gekommen war, an dem wir eine Entscheidung für sie treffen mussten – auch wenn sie uns das Herz brach.

Gemeinsam mit unserer Tierärztin besprachen wir, wann Amys letzter Tag sein und wie er aussehen sollte. Da dem Bestattungsinstitut durch die eingerichtete Vorsorge bereits alle wichtigen Daten vorlagen, entfiel ein großer Teil des organisatorischen und bürokratischen Aufwands. Wir konnten direkt in die Abstimmung mit allen Beteiligten gehen, einen Termin für die Euthanasie festlegen und parallel die Kremierung offiziell beantragen.

Was bei einer Pferdekremierung zu beachten ist

Anders als beim Hund müssen bei einer Pferdekremierung aufgrund der geltenden Seuchenschutzbestimmungen bestimmte Unterlagen beim Veterinäramt eingereicht werden, bevor ein Pferd abgeholt werden darf. Zum Glück war unsere Tierärztin mit diesem Ablauf bestens vertraut und wusste genau, was zu tun war.

Auch die Abholung eines Pferdes unterscheidet sich deutlich von der eines Hundes. Während man einen Hund je nach Situation selbst ins Krematorium bringen oder beim Tierarzt abholen lassen kann, braucht es für ein Pferd einen speziellen Transport. Da pro Fahrzeug nur ein Pferd transportiert wird, sind Wartezeiten üblich – besonders, wenn ein Pferd unerwartet verstirbt und man nicht die Vorlaufzeit hat, die wir hatten. Die Vorstellung, dass Amy möglicherweise mehrere Tage auf ihre Abholung hätte warten müssen, war für uns nur schwer auszuhalten. Deshalb planten wir alles so, dass ihr letzter Weg noch am selben Tag weitergehen konnte.

Nachdem Amy am 23.03.2026 um 08:35 Uhr friedlich eingeschlafen war, hatten wir noch zwei Stunden mit ihr, in denen wir endgültig Abschied nehmen konnten, bevor sie würdevoll eingeladen und ins Krematorium gebracht wurde. Besonders schön fanden wir, dass wir angerufen wurden, als Amy gut im Krematorium angekommen war. Diese kleine Information tat unheimlich gut, weil wir so zu jedem Zeitpunkt wussten, wo sie gerade war.

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Amy kommt nach Hause: Die Abholung ihrer Asche

Als wir Amy drei Wochen später in der nächstgelegenen Filiale abholen konnten, war das ein schöner und gleichzeitig unglaublich schwerer Tag.

Die ersten Wochen ohne sie waren hart. Nicht zuletzt, weil uns unser Alltag mit Carlos kaum Zeit zum Trauern ließ. Warum das so war, haben wir in diesem Instagram-Beitrag näher erläutert:

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von rabaukenglück | Nikolas, Lisa & Carlos (@rabaukenglueck_official)

Gleichzeitig war da aber auch das Gefühl, dass ein Teil von ihr wieder mit nach Hause kommen würde. Und auf eine ganz vorsichtige Art hat sich das sogar fast wie Vorfreude angefühlt.

Als wir auf die Klingel der Filiale drückten, wussten wir nicht so richtig, was uns gleich erwarten würde. Dass wir mit den Worten „Sie möchten Amy abholen?“ begrüßt wurden, traf uns so unerwartet, dass wir bis heute beim Gedanken daran Tränen verdrücken müssen.

Wir wurden nicht gefragt, ob wir ihre Asche abholen möchten. Wir wurden gefragt, ob wir Amy abholen möchten.

In dieser Frage lag so viel Würde und Respekt. Amy war dort nie eine Nummer. Nie ein Auftrag. Nie einfach nur irgendein Pferd. Sie war immer Amy.

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Als wir an diesem Tag mit ihrer Asche nach Hause fuhren und somit alle Schritte einer Tierkremierung durchlaufen hatten, wurde uns klar: Wenn wir diesen Weg irgendwann noch einmal gehen müssen, möchten wir ihn genauso gehen.

Nicht, weil er leicht war, sondern weil wir uns vom ersten Gespräch bis zur Abholung gut aufgehoben gefühlt haben und Amy damit den Abschied bekommen hat, den sie verdiente.

Warum wir heute schon für unseren Hund vorsorgen

Carlos wird im August sieben Jahre alt. Er steht mitten im Leben, hat zwar die ersten grauen Haare, aber immer noch die Energie eines Junghundes.

Sich heute schon mit seinem Abschied zu beschäftigen, fühlt sich für uns noch absurder an als damals bei Amy. Immerhin war sie zum Zeitpunkt der Einrichtung ihrer Vorsorge bereits 21 Jahre alt.

Und trotzdem haben wir kurz nach Amys Tod auch für Carlos eine Vorsorge eingerichtet:

Vorsge Hund einrichten Rosengarten Tierbestattung

Nicht, weil wir glauben, dass sein letzter Tag bald kommt. Sondern weil Amy uns gezeigt hat, wie schnell sich alles verändern kann. Vor allem aber hat sie uns gezeigt, wie wertvoll es ist, wichtige Entscheidungen zu treffen, solange man noch die Kraft dafür hat.

Über Urnen, Schmuck oder andere Erinnerungsstücke haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Genau wie damals bei Amy.

Aber wir haben den ersten Schritt getan. Und das gibt uns ein gutes Gefühl. Denn wenn der Tag irgendwann kommt, an dem wir Abschied nehmen müssen, möchten wir uns nicht mit Formularen, Kosten oder organisatorischen Fragen beschäftigen. Wir möchten bei Carlos sein. Genauso, wie wir bei Amy sein konnten.

Unser Fazit: Was nach dem Abschied bleibt

Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann hast du dich gerade mit einem Thema beschäftigt, das die meisten Tierhalter am liebsten verdrängen. Das können wir gut verstehen. Denn vor Amy hätten wir diesen Artikel vermutlich auch nicht gelesen.

Jetzt, wo ein paar Wochen vergangen sind, sind wir nach wie vor mit unserer Entscheidung für eine Einäscherung absolut im Reinen. Doch auch eine Kremierung macht die Trauer nicht leichter. Sie verlagert sie nur – aber an einen Ort, an dem wir Amy ganz nah sein können. Wo sie präsent ist. Und nicht nur unsere Erinnerungen an sie.

Diese Erfahrung hat uns auch in unserem Alltag mit Carlos geprägt.

Wir hoffen, dass noch viele gemeinsame Jahre mit ihm vor uns liegen. Jahre voller Marmeladenglasmomente und ganz normalem Alltagswahnsinn. Aber zu wissen, wie das Ende dieses Weges einmal aussehen soll, macht den Weg selbst für uns noch wertvoller. Es gibt uns Ruhe und die Gewissheit, dass wir uns, wenn dieser Tag irgendwann kommt, ganz auf Carlos konzentrieren können.

Wir hoffen, dieser Beitrag hat dieses schwere Thema ein bisschen leichter gemacht und dich vielleicht dazu veranlasst, schon heute über das “Irgendwann” nachzudenken.

Wenn du noch Fragen zu unseren Erfahrungen hast, schreib uns gerne.

Wer schreibt?

Hi, wir sind Nikolas & Lisa und gemeinsam mit unserem Tierschutzhund Carlos haben wir 2021 rabaukenglück gegründet. Auf Instagram und in unserem Podcast „rabauken Radau“ lassen wir andere Hundebesitzer offen & ehrlich an unserem Leben mit Carlos teilhaben und geben hilfreiche Tipps & Reminder für einen positiven & achtsamen Alltag mit Hund.

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